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Gute gesunde Schule

Mit seinen Leitvorstellungen und seiner pädagogischen Ausrichtung verfolgt das Homburgische Gymnasium Nümbrecht (HGN) das Ziel, allen Beteiligten der Schulgemeinschaft gesundheitsförderliche Arbeitsbedingungen zu bieten und verankert diese Praxis auch in seinem Schulprogramm. Arbeits- und Gesundheitsschutz befinden sich ebenso wie konzeptionell-pädagogische Ausrichtungen in permanenter Weiterentwicklung und Gestaltung. 

 

2017 und 2020 wurde das Homburgische Gymnasium mit dem Schulentwicklungspreis „Gute Gesunde Schule“ ausgezeichnet und sieht diesen Preis als Ansporn, Gesundheitsangebote weiter im Schulleben zu verankern und zu vertiefen und so die Gesundheit aller Mitglieder der Schulgemeinschaft zu fördern und zu erhalten. Seit November 2017 ist das Homburgische Gymnasium Mitglied im Landesprogramm „Bildung und Gesundheit NRW“ und trat im Januar 2019 erfolgreich in die Phase 2 des Programms ein. Wir am Homburgischen Gymnasium nehmen am Landesprogramm teil, weil wir so Unterstützung und Förderung erhalten, um Gesundheitsthemen weiter im Schulalltag zu verankern, im Austausch mit der BuG und anderen BuG-Schulen sinnvolle, konkrete Anregungen für Schulentwicklungsthemen erhalten, wir als zertifizierte „Gute Gesunde Schule“ uns auf dem Gebiet der Gesundheitsförderung weiter entwickeln und gesundheitsorientierte Projekte und Konzepte stärken wollen und einen ganzheitlichen Gesundheitsbegriff im Leitbild verankern und die Gesundheit aller Mitglieder der Schulgemeinschaft erhalten bzw. verbessern möchten.

 

Ein durch Wertschätzung, Toleranz, Freundlichkeit und Offenheit geprägtes Schulklima bildet die wesentliche Grundlage für ein erfolgreiches Lehren und Lernen und eine gesunde körperliche und psychische Entwicklung. Ein wechselseitiger Umgang, der im Alltag die freundliche Geste, den wertschätzenden Respekt, die freundliche Höflichkeit und eine aufgeschlossene Akzeptanz signalisiert und zum Ausdruck bringt, schafft eine entscheidende Basis für ein gutes Miteinander und damit eine Voraussetzung für eine positive Lehr- und Lernumgebung. 

Ein Schlüssel für erfolgreiches Lernen und ein harmonisches Zusammenleben liegt in der Fähigkeit, (Selbst-)Verantwortung zu entwickeln, diese bewusst zu übernehmen und umzusetzen. Diese Kompetenz eines selbst- und eigenverantwortlichen Handelns bedarf jedoch der Ausbildung, Unterstützung und Orientierung. Selbststärkung und Persönlich-keitsbildung einerseits, Selbstorganisation und (Wert-)Orientierung andererseits bedürfen auch der Vermittlung, Entwicklung und Unterstützung durch die Schule. Verantwortung zu übernehmen bedeutet dabei, verantwortlich in sozialer Gemeinschaft zu agieren. Nur im solidarischen Miteinander, bei dem der Einzelne geachtet und die Anliegen der Anderen berücksichtigt werden, können Impulse eines Zusammenlebens erwachsen, die durch gegenseitige Hilfe, Unterstützung und den Einsatz für das soziale Miteinander geprägt sind. 

Lern- und Leistungserfolge gründen in erheblichem Maße darauf, dass der Blick auf die Stärken und die Potenziale eines jeden Einzelnen gerichtet werden. Mit einer Orientierung auf das individuelle Können und Vermögen können Lernprozesse befördert, Motivation angestoßen und Zutrauen vermittelt werden. Ausgehend von dieser Perspektive sollen individuelle Lern- und Leistungspotenziale entfaltet und gestützt und immer dann, wenn Schwächen ausgemacht werden, Unterstützung und Hilfestellung angeboten werden. Hilfe und Unterstützung sollen und müssen dabei mit der Haltung und Motivation des Einsatzes und der Anstrengung verbunden werden, sollen sie erfolgreich sein. Lernerfolg beruht auch auf einer Haltung sich zu mühen, durchzuhalten und sich für das Lernen zu engagieren. Lernen, Leisten und Erfolgserleben stehen in einem engen, unmittelbaren Zusammenhang. Selbstwertgefühl erwächst auch daraus, dass Leistungen anerkannt und Erfolge gewürdigt werden. Eben deshalb ist es ein wichtiger Teil der Schulkultur des HGN, Raum und Anreiz für besondere Leistungen und Fähigkeiten zu schaffen und diese entsprechend wertzuschätzen. 

 

Gesundheitsorientierte Schul- und Unterrichtsentwicklung ist ein zentrales Anliegen unserer Arbeit. Wir gehen von einem ganzheitlichen Gesundheitsbegriff aus und vernetzen Entwicklungsschwerpunkte miteinander. 

 

Umgang mit Vielfalt und Unterschiedlichkeit

 

Seit dem Schuljahr 2016/17 ist das selbstorganisierte Lernen SOL ein Projekt der Unterrichtsentwicklung (in Zusammenarbeit mit dem SOL-Institut von Dr. Herold in Ulm). Wir fördern die Stärkung des individualisierten Lernens, die Integration von lernpsychologischen Erkenntnissen, die Berücksichtigung der sozialen (Heterogenität) und  technologischen (Digitalisierung) Entwicklung, die Stärkung von Lernkompetenz (Lernberatung) und  von Persönlichkeitsentwicklung, Nachhaltigkeit und Teamstrukturen. Das SOL-Konzept verbindet  individuelle Lernwege und Erkenntnisse der Lernpsychologie und Hirnforschung. Es ist nachhaltiges, vernetztes Lernen. Kernelemente sind der hohe Anteil selbstständigen Arbeitens im eigenen Tempo (eigenständig oder im Team) oder das Setzen eigener Lernziele. So entstehen bei den SchülerInnen individuelle Lernwege und eine automatische Differenzierung. SOL-Elemente sind z.B. Advance Organizer, KANN-Liste, Farbiger Stundenplan und Lernberatung. Umsetzung in drei vierwöchigen SOL-Phasen in der JGst. 9, eine Ausdehnung auf die Vertiefungskurse in der EF ist geplant. Die eigenverantwortlichen Unterrichtsphasen sollen mit der Umstellung auf G 9 weiterentwickelt werden. In diesen EVA-Phasen arbeiten die SchülerInnen mit Instrumenten wie Lernbegleiter/ Schultimer und an ihren Wochenplänen. Ab dem Schuljahr 2020/21 sind erweiterte Lernzeiten geplant. Durch eine Parallelisierung der Lernzeiten wird z.B. fach- und jahrgangsstufenübergreifendes Arbeiten ermöglicht und die Möglichkeiten für Förder- und Forderangebote erweitert. 

Einem gesundheitsförderlichen Umgang mit Vielfalt trägt auch der sprachsensible Unterricht Rechnung, der ab dem Schuljahr 2019/20 implementiert wird. Unterrichtskonzepte, in denen Sprache bewusst eingesetzt wird, sollen in den unterschiedlichen Fächern erarbeitet und eingesetzt werden, um sprachliches und fachliches Lernen zu verbinden. Ein wesentliches Ziel ist auch die in den Fachunterricht integrierte sprachliche Förderung von SchülerInnen. 

 

Pädagogische Führung, Organisation und Steuerung, Demokratische Gestaltung

 

Die seit Mai 2018 eingerichtete Steuergruppe ermöglicht Partizipation und Gestaltung von Schulentwicklungsprozessen. Dort werden Ideen und Konzepte der Schul- und Unterrichtsentwicklung erarbeitet, die dann in die Gremien eingebracht werden. In der Steuergruppe sind interessierte KollegInnen aller Fachbereiche, der Schulleitung und erweiterten Schulleitung und ElternvertreterInnen und SchülervertreterInnen beteiligt. Die Steuergruppe organisiert sich nach dem SOL-Flow, bei dem Arbeitsfelder priorisiert werden und eine klare Rollenverteilung gegeben ist. Aktuelle (miteinander vernetzte) Arbeitsbereiche der Steuergruppe sind Lebensraum Schule/ Gute gesunde Schule, Teamstrukturen, Digitalisierung, Gestaltung G9 (Lernzeitenmodelle), Unterrichtsentwicklung (selbstorganisiertes Lernen, eigenverantwortliches Arbeiten), Leitbild/ Schulprofil. Zielsetzung ist es, einen kontinuierlichen schulischen Entwicklungsprozess zu gestalten, der sich an den Leitvorstellungen des HGN orientiert,  Ergebnisse und Rückmeldungen eines internen Evaluationsprozesses aufnimmt und versucht, auf ihrer Grundlage Verbesserungen anzustoßen und umzusetzen und der äußere Impulse, sich ändernde Rahmenbedingungen und Anforderungen aufnimmt und versucht, diese bestmöglich zu gestalten.

 

Seit dem Schuljahr 2018/19 gibt es am Homburgischen Gymnasium einen Schulhund in der jetzigen Jgst. 6 zur Stärkung von Klassenklima, -gemeinschaft, Verantwortungsbereitschaft, Rücksichtnahme, Konzentrationsfähigkeit und Selbstbewusstsein. Auch nimmt unsere Schule am Programm „Fit durch die Schule“ der AOK in den Schuljahren 2019/20 und 2020/21 mit dem Projektes „Fit mit Handball“ teil. Im Sinne eines ganzheitlichen Gesundheitsbegriffes fördert das Homburgische Gymnasium auch die Medienkompetenz der SchülerInnen durch den ipad-Führerschein, Medienkompetenztraining, Präventionsangebote z.B. gegen Cybermobbing und digitales Lernen in allen Jgstn. Im Schuljahr 2029/20 wurden SchülerInnen und LehrerInnen zu Medienbegleitern qualifiziert, um SchülerInnen im Umgang mit neuen Medien zu fördern, zu unterstützen und zu sensibilisieren (Präventions- und Unterstützungsangebote).

 

Externe Kooperation und Vernetzung – Gestaltung eines gesunden Schullebens

 

SchülerInnen der Jgst. 9 engagieren sich im Rahmen eines Sozialpraktikums ein Halbjahr für zwei Stunden pro Woche ehrenamtlich in einer sozialen Einrichtung bzw. einem Verein der Region. Sie entdecken und vertiefen Stärken und Interessen und übernehmen Verantwortung. Durch die Förderung sozial verantwortlicher Persönlichkeiten unterstützt das Homburgische Gymnasium eine gesunde psychische Entwicklung der Jugendlichen, schafft einen attraktiven Ausgleich zum Unterricht und ermöglicht Lernen auch über den kognitiven Bereich hinaus. Nicht zuletzt kann durch das Sozialpraktikum auch das Ehrenamt vor Ort gestärkt werden, da einige Schülerinnen und Schüler so Interesse an einer sozialen Tätigkeit entwickeln und auch über das Praktikum hinaus in der jeweiligen Einrichtung Verantwortung übernehmen können. 

 

 

Im Rahmen des integrierten Beratungskonzeptes erhalten die SchülerInnen Berufswahlorientierung und im Projekt  „Schule ohne Stress“ in  der Jahrgangsstufe EF Untersützung zu Zeitmanagement, Stressresilienz und, Körperfitness. Auch kooperiert das Homburgische Gymnasium mit dem Netzwerk NRW-Talentscouting, um motivierte Jugendliche zu unterstützen, ihre Potenziale auszuschöpfen.

Das Schulgebäude und –gelände wird kontinuierlich optimiert und verschönert, z.B. durch bewegungs- und entspannungsfördernde Spiel- und Sitzgelegenheiten auf den Schulhöfen und die Fortführung der pädagogischen Schulraumplanung in Kooperation mit Schulträger, Sekundarschule und einem Architekturbüro.

 

Die Verbindung von Bildung und Erziehung in einer guten gesunden Schule 

 

Im Rahmen unseres Ganztagsschulkonzeptes spielt die Verschränkung von Bildung und Erziehung eine zentrale Rolle. Verantwortung für sich und andere übernehmen, im Kontext der schulischen Gemeinschaft die eigenen personalen Kompetenzen entwickeln und einsetzen und dabei soziales Handeln umsetzen, sind zentrale Ziel- und Orientierungspunkte unseres gemeinsamen Bildungs- und Erziehungshandelns. Dabei stehen die Stärkung und Förderung von Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit, verantwortliches Handeln, soziales Agieren, Teamfähigkeit, Reflexionsfähigkeit und Identitätsbildung im Mittelpunkt unserer Arbeit. 

Ihre konkrete Anbahnung, Umsetzung und Reflexion erfolgt einerseits im regelmäßigen Rahmen wöchentlicher Klassenlehrerstunden, das bewusste Erleben von Klassengemeinschaft, Klassenlehrerteams, in denen die Schüler je nach Bedürfnis einen Ansprechpartner finden, und durch die Erfahrung und das Einbringen in vielfältige Formen und Möglichkeiten außerunterrichtlichen Engagements. Die KL-Stunde verbindet gezielt den Lern- und Erfahrungsraum des sozialen Lernens mit dem des unterrichtsbezogenen Lernens, indem ebenfalls Elemente und Module des Methodenlernens in die KL-Stunden eingebracht und umgesetzt werden. 

Der Rahmen und das Angebot Ganztagsschule bietet über die unterrichtliche Situation und die Klassenverbandsstruktur hinaus einen breiten Lebens- und Aktionsraum, z.B. im Bereich der Übermittagsbetreuung. Die Schüler können eigenen Interessen nachgehen, Freizeitaktivitäten gemeinsam mit anderen erleben. Damit werden Teamfähigkeit und soziales Handeln in einem anderen Erfahrungsraum als dem unterrichtlichen erlebt und die darauf bezogenen Selbstkompetenzen gestärkt. Auch bietet die Übermittagsbetreuung für Schüler die Gelegenheit, eigene Angebote zu gestalten. So können Eigeninitiative gestärkt, Verantwortungsübernahme und -bewusstsein für sich und die Gemeinschaft initiiert und als sozialer Lernimpuls wahrgenommen werden. Verstärkt wird dies durch eine aktiv gelebte Kooperation und das Zusammenkommen mit Schülern der benachbarten Sekundarschule im Rahmen der Übermittagsbetreuung. Angebote werden gemeinsam wahrgenommen und können gemeinsam gestaltet werden. Koordiniert werden die pädagogischen Betreuungsangebots durch eine Schulsozialarbeiterin, die als Ansprechpartnerin für die Schüler vor Ort ist und damit ein zentrales pädagogisches Bindeglied im Hinblick auf das individuelle Beratungsangebot und Beratungskonzept an unserer Schule darstellt.

 

Die gesunde Ganztagsschule als gemeinsamer Arbeits- und Lebensraum

 

Im Mittelpunkt schulischen Lernens und Arbeitens steht der Klassen- bzw. Kursraum als Ort des täglichen Unterrichtsgeschehens. Größe, Lage, Helligkeit usw. sind wichtige Voraussetzungen für eine gute gesunde Lern- und Arbeitsumgebung für unsere Schüler und ihre Lehrer. Eingebunden in ein pädagogisches Lern- und Unterrichtskonzept, das Individualisierung und Differenzierung als wichtige Bestandteile von individueller Förderung und damit erfolgreichem Lernen ausmacht, sind die pädagogischen Überlegungen an ein schulisches Raumkonzept und die Raumgestaltung zu richten. 

Im Rahmen unserer Schulentwicklungsarbeit nimmt daher die pädagogische Raumplanung einen wichtigen Bestandteil künftiger Entwicklungsarbeit ein. Mit Blick auf einen „Campus Nümbrecht“ als gemeinsamem Lernstandort von Grundschule, Sekundarschule und Gymnasium stehen wir in enger Abstimmung mit unserer Nachbarschulen sowie der Gemeinde Nümbrecht als unserem Schulträger. 

Neben den Anforderungen an Schul- und Unterrichtsräume, die individuelle Förderung ermöglichen sollen, bedarf es Räumen, die den Bedürfnissen an eine gesunde Lern- und Lebensumgebung für Schüler und Lehrer gerecht werden. Gerade im schulischen Ganztagsbetrieb ist es erforderlich, über Räume für Erholung, Aktivität und Gestaltung in den Zeiten des Schullebens zu verfügen, die nicht Unterrichtszeiten sind. 

Neben unseren Unterrichtsräumen, die den Grundanforderungen entsprechen, jedoch der weiteren Entwicklung und Ausweitung in Richtung von Differenzierungsbedarfen sowie individualisierten, selbstorganisierten und kooperativen Lernformen bedürfen, sind auch Räume für die Ganztagsgestaltung wichtig. Zu gesunden Arbeitsbedingungen tragen unsere moderne Mensa, die das Erfordernis eines gesunden Er-nährungsangebotes erfüllt, sowie vorhandenen Freizeit- und Lernräume (z.B. Schüler-café, Billardraum, Kicker- u. Aufenthaltsraum) und ein Lehrerarbeits- und Ruheraum bei. 

 

Soziales Lernen 

 

Sich für andere einsetzen, sich in der Gemeinschaft engagieren und aktiv werden, steht im Mittelpunkt von sozialen Projekten und Initiativen am HGN. Damit unterstützt unsere Schule durch vielfältige Aktionen und Projekte den Bildungsauftrag der Selbstverwirklichung in sozialer Verantwortung und fördert durch gemeinschaftliche Aktionen die Persönlichkeitsentwicklung unserer Schüler. Auch außerhalb des Fach-unterrichts können durch soziales Engagement Erziehungsziele wie Teamfähigkeit, Toleranz, Solidarität und Verantwortungsbereitschaft ausgebildet werden. 

In verschiedenen Jahrgangsstufen haben die Schüler die Möglichkeit zur aktiven Mitgestaltung regionaler und überregionaler sozialer Projekte. Indem sich das HGN nach außen öffnet, erhalten Schüler und Lehrer neue Impulse und lernen, mit den Herausforderungen und Chancen der Zusammenarbeit mit außerschulischen sozialen Organisationen umzugehen und diese gewinnbringend zu nutzen. Das HGN wird somit auch zu einer Institution, die das gesellschaftliche Leben im Oberbergischen aktiv mitgestaltet und Einfluss nimmt auf Soziales in der Region, aber auch international dazu beiträgt, die Lebenssituation von Menschen zu verbessern. Die Schüler lernen ihre Verantwortung in einer international vernetzten und globalisierten Welt kennen und erfahren Selbstwirksamkeit, indem sie auf Entwicklungen Einfluss nehmen und Zustände vor Ort oder in Entwicklungsländern durch ihre aktive Mitarbeit verändern (z.B. durch die Zusammenarbeit mit dem entwicklungs-politischen Kinderhilfswerk Terre des hommes, den Kontakt zu einer afrikanischen Partnerschule in Mongwe, Tansania, die Unterstützung der Waldbröler Tafel und das Sozialpraktikum).

Soziales Lernen findet auch statt, wenn Schüler/innen Verantwortung für die Belange Ihrer Mitschüler/innen im Rahmen der Schülervertretung (SV) übernehmen und in den Schulgremien über die Gestaltung der Schule mitentscheiden. Schüler der Jahrgangsstufe 7 und 9 nehmen am „Selbstbehauptungstraining für Mädchen und Konfliktbewältigungstraining für Jungen" teil. Kreativ, spielerisch und in Gesprächen können sich die Jugendlichen mit der eigenen Persönlichkeit und ihren Haltungen zu Freundschaft, Vertrauen und dem respektvollem Umgang miteinander beschäftigen. Das Training dient der Gewaltprävention, indem es auf die Persönlichkeitsstärkung der Schüler/innen abzielt. 

Soziale Kompetenzen, Rücksichtnahme und Teamgeist werden auch durch die Teilnahme an sportlichen Wettkämpfen gefördert, z.B. in den Sportarten Handball, Fußball, Volleyball, Geräteturnen und Tischtennis, aber auch durch die Veranstaltung von Bundesjugendspielen und Spiele-Sportfesten und der Teilnahme am Bonn-Marathon. Die Teilnahme an schulischen Wettkämpfen kann sich fördernd auf die Identifikation mit der Schule bzw. mit der Schulgemeinschaft und auf die Lernatmosphäre auswirken. 

Verantwortung für sich und in der Gemeinschaft zu übernehmen, setzt ein Fundament von Wertorientierungen und Haltungen voraus, die ein aktives Tragen und Übernehmen eines solchen verantwortlichen Handelns grundlegen. Zu diesem Fundament im Sinne eines Einsetzens für eine demokratische, freiheitliche und humane Gesellschaft trägt auch die aktive und verantwortliche Auseinandersetzung mit historischen Wurzeln, mit Vergangenheit und deren gesellschaftlichen Lehren und Konsequenzen in besonderem Maße bei. 

 

Gesund leben und arbeiten im Ganztag 

 

Besonders im Rahmen des Ganztags bieten sich vielfältige Möglichkeiten, das Schulleben zu gestalten, z.B. durch AGs und Übermittagsangebote und somit Schule 

nicht nur als Lernort, sondern als gemeinsamen Ort des Zusammenlebens zu erleben. Regelmäßig finden Projektwochen statt, in denen u.a. wichtige Initiativen von Schülern und Lehrern zur Gestaltung der Schule umgesetzt werden. Lebens- und Lernorte werden damit attraktiver gemacht und die Vorstellungen der Lernenden fließen unmittelbar in diese Gestaltungen ein und stoßen positive Identifikation an. Ebenso wirken Schülerfirmen und Schülerprojekte, die im Oberstufenkonzept (s. Schulprogramm) verankert sind, sowie Arbeitsgemeinschaften, die das Schulleben in den Mittelpunkt ihres Handelns stellen. 

Ein weiteres zentrales Handlungs- und Erlebensfeld im Kontext des Schullebens ist die einstündige Mittagspause an Tagen mit Nachmittagsunterricht. In dieser Pause kann einerseits das Angebot eines qualitativ guten warmen Mittagessens in der Mensa des Schulzentrums genutzt werden. Die BWO (Behinderten Werkstätten Oberberg) bietet an Langtagen zwei bis drei Menüs an, davon eines vegetarisch. Außerdem werden an einem Kiosk Getränke und Snacks angeboten. 

Zusätzlich können die Schüler/innen die Möglichkeiten der pädagogischen Mittagsbetreuung in verschiedenen Angeboten wahrnehmen oder auch selbst gestalten. Gerade in diesem Bereich schulischen Alltages bietet sich unseren Schülern die Gelegenheit, zwischen Aktivität und Ruhe, zwischen Angebot und freier Zeit die Schule als Freiraum zu erleben. Von besonderer Bedeutung ist uns dabei, dass die Mittagsbetreuung von Mitgliedern der Schulgemeinschaft aktiv gestaltet und gelebt wird. Unter der organisatorischen Federführung unserer Schulsozialarbeiterin findet eine Mischung von Lehrern, Schülern und externen Kooperationspartnern mit ihren jeweiligen Angeboten und Ideen statt, so dass ein aktives Leben und Erleben von gemeinsamem Schulleben eröffnet wird.

Ein zentrales Anliegen der pädagogischen Übermittagsbetreuung am HGN ist es, durch die Rhythmisierung von Arbeit und längeren Erholungsphasen, zum einen die neurobiologischen und physiologischen Aspekte des Lernens besser zu berücksichtigen, zum anderen die Schule mit der Zeit vom reinen Lern- zum Lebensraum werden zu lassen, in dem soziales Lernen durch Lernen, Essen, Spielen und Entspannen viel intensiver stattfinden kann. Die Gestaltung der Pausen mit einem breit gefächerten, offenen Angebot an Freizeitmöglichkeiten (u.a. Bewegungs-, Entspannungs- und Gesprächsangebote und kreative und musische Angebote) eröffnet den Schülern die Möglichkeit, neue Interessen und Begabungen zu entdecken und zu entfalten und führt außerdem zu einer stärkeren Identifikation der Schüler mit ihrer Schule. 

Durch Angebote des ortsansässigen Jugendzentrum, diverser Sportvereine, eines christlichen Schülercafes öffnet sich die Schule als Teil des Gemeinwesens nach außen und bietet den Schülern in Kooperation mit den außerschulischen Partnern die Möglichkeit, auch außerhalb der Schule am Leben der Ortsgemeinde mitzuwirken. 

Eine gesunde Lern- und Arbeitsumgebung ist eine wesentliche Voraussetzung von guter Schule. Von Räumlichkeiten, Bewegung, Ernährung bis hin zu Sicherheit kommt es für alle in der Schule Lebenden und Arbeitenden darauf an, ein Umfeld vorzufinden, in dem Wohlfühlen möglich und gegeben ist, sowie Wert und Augenmerk auf gesundheitsfördernde Bedingungen gelegt wird. Gerade das Ziel einer gesunden Schule macht den Einbezug von Lehrern und Schülern in einen gemeinsamen Entwicklungsprozess besonders erforderlich. 

 

In diesen unterschiedlichen Bereichen zeichnet sich das HGN als gute gesunde Schule aus und befindet sich in einem permanenten Entwicklungsprozess, um die Lehr- und Lernbedingungen weiter zu optimieren.