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„Zehn Regeln für Demokratieretter“- Jürgen Wiebicke diskutierte mit der Oberstufe

Mit zahlreichen beleidigenden Wörtern leiteten Schülerinnen und Schüler aus der Q2 die Veranstaltung am Mittwoch den 13.02.2019 ein. In der Aula des HGNs hatte sich die gesamte Oberstufe versammelt, um in einer offenen Diskussionsrunde mit dem Publizisten und Journalisten Jürgen Wiebicke ins Gespräch zu kommen. Das von ihm verfasste Buch „Zehn Regeln für Demokratieretter“ war von der gesamten Oberstufe zuvor im Unterricht gelesen und besprochen worden. Sein Anliegen, die Demokratie zu retten, sollte nun diskutiert werden.

 

Beleidigungen sind oft nicht nur antisemitisch und homophob, sie sind auch oft Teil unseres Alltags und haben uns ihnen gegenüber abgestumpft. Da stellt sich doch die Frage, wie unsere Demokratie so funktionieren kann. Jürgen Wiebicke appellierte an die Schülerinnen und Schüler: „In eurem Alter sind bestimmte Wegentscheidungen zu treffen“, es läge an uns, ob wie Opfer sind oder nicht, denn „Wenige bewirken viel“. Diese These zog sich wie ein roter Faden durch die Veranstaltung. Herr Wiebicke ist der Meinung, dass wir, wenn wir eine funktionierende Demokratie wollen, uns darum kümmern müssen. Daraufhin warfen Wortmeldungen aus dem Publikum ein, dass man sie in politischem Engagement nicht genug unterstütze, man beziehe sie nicht ein. Herr Wiebicke sieht dies anders, die jungen Leute müssten selbst aktiv werden, ohne dass man sie dazu auffordert und er glaubt, dass eben gerade ganz viel passiert.
 
Auch die Frage nach dem richtigen Umgang mit Parteien wie der AfD spielte während der Diskussion eine Rolle. Herr Wiebicke sagt, dass er sich immer freue, mit AfD-Mitgliedern zu diskutieren. Dabei sei es wichtig, nicht sofort zu werten, sondern die Gedanken des Anderen nachzuvollziehen. Wenn man die AfD ignoriert oder isoliert, könnte dies negative Folgen haben.
 
Jürgen Wiebicke sagt, dass wir an uns arbeiten müssen, uns informieren müssen, wenn wir urteilsfähig sein wollen, ansonsten sind wir leicht zu manipulieren. Deshalb versuche er in einfacher Sprache zu erklären, was getan werden muss. Das verpflichte uns natürlich nicht etwas zu tun, ob wir politisch handeln wollen, sei unsere eigene Entscheidung.
 
Ein Problem sei auch unsere „Rankinggesellschaft“, die laut Wiebicke durch Instagram etc. radikalisiert wurde. Menschen versuchen sich der Masse anzupassen, sie gehen den Weg der Vielen. Da die Entwicklung einer Gesellschaft aber in der Hand von drei bis vier Prozent liege, seien es sogenannte „Außenseiter“, Leute, die den Mut haben, anders zu sein, die wichtig für die „Demokratierettung“ seien, denn diese seien die Wenigen, die viel erreichen können.
 
Jürgen Wiebicke äußerte sich ebenfalls zu der Frage, ob zehn Regeln zur Demokratierettung nicht viel zu vereinfacht wären. Aber er wolle gar nicht behaupten, er wisse genau, wie es geht, sondern eher spielerisch zum Denken anregen. Dies ist ihm gelungen. Auch nach dem Ende der Veranstaltung wurde von den Schülerinnen und Schülern noch über die Inhalte der Diskussion gesprochen und diskutiert.
 
Leonie Radek und Joana Fach aus der Q2