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Abenteuer "Indienaustausch"

Der Indienaustausch ist der spannende Exot unserer Austauschprogramme. Nachdem sich 8 Schüler im Asienprojektkurs auf die uns völlig fremde Welt und den damit verbundenen Kulturschock vorbereitet hatten, ging
das Abenteuer Indien am 26.1.2019 um 8:30 am Bahnhof in Siegburg los, von wo aus wir mit dem ICE nach Frankfurt zum Flughafen gefahren sind.



Im Folgenden geben Teilnehmer der Reise kurz ein paar Eindrücke wieder:
 
Insgesamt verliefen der Hin- und Rückflug sehr entspannt und relaxed. Die Sicherheitskontrollen in Indien waren deutlich oberflächlicher, wurden jedoch viel öfter durchgeführt, als in Frankfurt.(…) Die Leute in Goa und Mumbai am Flughafen waren eher weniger freundlich und haben eine stressige Atmosphäre ausgestrahlt. Auch mussten wir durch viele unnötige Kontrollen durch. Auch während dieser Kontrollen war das Personal sehr träge und dadurch wurde die Kontrolle nur sehr oberflächlich durchgeführt. Die großen Mengen an Flüssigkeiten in unserem Handgepäck sind niemandem aufgefallen. Auch dass unsere Koffer deutlich über dem maximalen Gewicht lagen wurde ignoriert, was uns als Gruppe aber doch sehr erleichtert hatte, da wir große Angst vor dem Übergewicht und den Konsequenzen hatten. (…)
Nach unserer Landung in Frankfurt hatten alle ein paar Tage mit dem Jetlag zu kämpfen.
(Anita Hooge)

 
Unterkunft in Mumbai
Um 4:00 Uhr erreichten wir nach der langen Anreise endlich mit dem Bus Mumbai, wo wir uns die ersten 1 1/2 Tage langsam akklimatisieren konnten. Wir wohnten im YWCA International Guest House in Mumbai. (…)
Das Hostel lag in einer ruhigen, dennoch sehr zentralen Straße. (…) Die Zimmer erinnerten ein bisschen an eine Jugendherberge. (…)
Beim Frühstück gab es eine Auswahl an Melone, Porridge, Toast, Kaffee, warmer Milch, gefiltertem Wasser und verschiedenen Eierspeisen. (…)
Das Personal in dem Hotel war sehr freundlich und die Zimmer waren sauber, was für mich das Wichtigste war. (…)
(Frieda Patzwald)
 

Gateway of India

Taj Hotel im Hintergrund

Victoria Station
 Das Rathaus

typisch indischer Straßenverkehr

 

 

Dhobi Ghat - Asiens größte Outdoorwäscherei; hier leben und arbeiten zwischen 4500 bis 5000 Menschen


Mumbai
Natürlich macht man sich sehr viele Gedanken, bevor man in ein Land wie Indien reist. Man überlegt, was man einpacken muss, ob man sich impfen lassen möchte, auf was man sich emotional einstellen muss, und so weiter ... Für uns war Mumbai der erste Anreisepunkt und auch der erste Eindruck: bunt, chaotisch und am wichtigsten: anders. Anders hinsichtlich der Menschen, der Häuser, des Essens, (...) Auch wenn ich mir vorher viele Gedanken über die Reise gemacht hatte, war ich dennoch überrascht. Mumbai, als eine der größten Städte der Welt, und wir mittendrin. Eine Schülergruppe aus einer kleinen Stadt in NRW. Überwältigend, aber auch schrecklich interresant. Besonders auffällig: Die Menschen, in Sari oder Kurta, als Schmuckverkäufer oder Bettler auf der Straße. Vielfalt in jeder Hinsicht. (...)
Natürlich besuchten wir auch einige Sehenswürdigkeiten in Mumbai: Das Gateway of India: beeindruckend; die Küste Mumbais: untypisch; Victoria Station: bunt und wunderschön (...)
Doch auch wenn das alles die Kultur Indiens widerspiegeln sollte, tat es das nicht so sehr, wie die kleine indische Hochzeit, in die wir in einer Seitengasse geraten sind und bei der wir mitten auf der Straße mit den indischen Gästen tanzten. Oder einen Blick in die riesige Wäscherei, Dhobi Ghat, in der größtenteils per Hand gewaschen wird. (...) Meiner Meinung nach sind genau diese untypischen Touristen-Erlebnisse der Grund warum die Reise mehr als interessant war und weshalb meine Neugier gegenüber der indischen Kultur angefangen hat zu wachsen.
(Sina Karsten)

Pune
Nach einem zwei tägigen Aufenthalt in Mumbai und einer vierstündigen Busfahrt sind wir am 28.02. abends am Fergusson College in Pune von den indischen Gastfamilien empfangen worden. In den Familien wurden wir direkt mit den indischen Traditionen konfrontiert: auf dem Boden mit den Händen essen, harte Betten, ein Segen vor dem Betreten der Wohnung, etc. Unsere Austauschpartner in Pune hatten ein abwechslungsreiches Programm organisiert, welches einen Yogakurs, einen Trommelworkshop, Batiken und eine kulturelle Abendveranstaltung, bei der der deutsche Konsul anwesend war, beinhaltete. Wir haben einen Tagesausflug aufs Land nach Dhepewada, einem traditionellen Landhaus gemacht und unterwegs einen Hindutempel, den Hadji Tempel, besichtigt.
(Jerry Bauer)
 
Leben in der Gastfamilie
Das Leben einer indischen Familie unterscheidet sich grundlegend von dem Leben einer deutschen Familie. Dies zeigte sich schon kurz nach unserer Ankunft in Pune: vor dem Betreten der Wohnungen wurden wir erst einmal gesegnet. Meine Gastfamilie lebt in einem Hochhausblock, was für Indien typisch ist, und an der Pforte war ein Security Dienst, der kontrollierte wer die Anlage betrat und verließ. Meine Gastfamilie lebt zu viert in einer Zwei Zimmer Wohnung, mit nur einem Bett, sodass immer jemand auf dem Boden oder dem Sofa geschlafen hat. (…)
Wir lebten gleich in der Wohnung neben ihren Verwandten, sodass sich das Leben wie in einer großen Familie, mit gemeinsamen Abendessen und Unternehmungen gestaltete. In unserer Freizeit sind wir viel in Pune unterwegs gewesen, waren shoppen, essen und haben was mit Freunden unternommen. An dem Tag der für Familien frei war sind wir mit einer anderen Familie zwei wunderschöne Tempel besuchen gegangen. (…)
Der Abschied von meiner Gastfamilie am nächsten Tag ist mir sehr schwer gefallen und ich freue mich schon unglaublich, die Inderinnen im Mai wiedersehen zu können.
(Franca Hofmann)
 
 
Neben dem Direktor des Fergusson Colleges kam auch der deutsche Konsul, um uns zu begrüßen





Streetfood Pani Puri

Dhosa (herzhafter Pfannekuchen) mit Gemüse
 
Das Essen in Indien
Wenn ich an das Essen in Indien denke, denke ich an drei Dinge: Hähnchen, Reis und viele scharfe Gewürze. (…) Es gab außerdem viele frittierte Sachen (…)
In Mumbai gab es auch eine große Auswahl an Streetfood und Stände mit vielen verschieden Sorten an frischem Obst und Gemüse.
Ich persönlich vertrage scharfe Speisen nicht so gut. Außerdem war es schwierig zu sagen, was ich aus Hygienegründen essen darf und was nicht, also habe ich mich mehr an das Obst gehalten und viele frische Kokosnüsse getrunken. Hier war es toll auch mal neue Früchte zu probieren, die es bei uns in Deutschland gar nicht gibt. Ich muss gestehen, dass ich dem indischen Essen ein wenig aus dem Weg gegangen bin, da ich Nervös wegen der Schärfe war. Doch spätestens in der Gastfamilie kam ich nicht mehr drumherum typisches indisches Essen zu essen. Aber ich war positiv überrascht. Ich habe meiner Gastfamilie natürlich gesagt, dass ich nicht so gerne Scharf esse und darauf haben sie Rücksicht genommen, wofür ich auch sehr dankbar war. Das erste was ich probiert habe war „Butter Chicken“ was mit viel Butter und Tomaten gemacht wird. Dazu gab es Reis und Chapati, was man sich wie einen dünnen Fladen vorstellen kann. Das Chapati benutzen die Inder um ihr Hähnchen und das Reis zu essen, da sie kein Besteck benutzen, oder zumindest sehr selten. Es war mal ein ganz anderer Geschmack, aber es war wirklich sehr lecker. (…)
Ich habe das Essen dort wirklich genossen und mir viele Gewürze, die meine Familie benutzt hat, auch für Zuhause mitgebracht. Besonders lecker fand ich Dhosa, was man mit herzhaften Pfannkuchen vergleichen kann und Biryani, was ein Reisgericht ist. (…)
Wie vielleicht einige Wissen, ist es in Indien wichtig auf die Hygiene des Essens und auch Getränke zu achten, denn unser Körper ist vieles nicht gewohnt, was die Inder gewohnt sind  und reagiert auch dementsprechend. Ich hatte leider das Pech und lag zwei bis drei Tage mit einer Lebensmittelvergiftung im Bett. Das war natürlich keine schöne Erfahrung, aber dennoch war es mir wert. Denn ich hatte eine einmalige Chance viele neue Sachen kennenzulernen und zu probieren. Ich habe mir vorgenommen einiges Zuhause nach zu kochen und außerdem hoffe ich irgendwann nochmal nach Indien zu kommen und weitere Sachen auszuprobieren. (…)
(Vanessa Kösling)

 

 
Die Zugfahrt von Pune nach Goa mit dem Nachtzug
Die Zugfahrt von Pune nach Goa startete am 02. Februar um 16:30 Uhr mit dem „Goa Express“. (…)
Für uns war alles sehr neu und ungewohnt, was dazu führte, dass wir uns anfangs sehr unwohl gefühlt haben. (…)
Die Inder kamen regelmäßig durch die Gänge, um uns Essen oder Trinken zu verkaufen und neue Bettlaken wurden uns ebenso verteilt. Nach ein-zwei Stunden haben wir angefangen uns wohler zu fühlen und diese Art von Zugfahrt zu akzeptieren. Wir haben uns zusammengesetzt, Karten gespielt, geredet oder Filme geguckt. Als es dunkler und später wurde haben wir unsere Betten vorbereitet und versucht zu schlafen. (…)
Im Zug gab es die „Indian Style“ Toiletten, sowie die „Western Style“ Toiletten, jedoch waren alle Toiletten sehr schmutzig und der Gestank war ebenso sehr stark. Genauso wie die Gängen im Zug. Es war sehr schmutzig, obwohl geputzt wurde. (…)
Im Großen und Ganzen kann man sagen, dass diese Zugfahrt die ungewöhnlichste Zugfahrt war, die man sich hätte vorstellen können. Jedoch war dies eine sehr gute Erfahrung, durch die man vieles lernen konnte und unser Zusammenhalt wurde in diesen 12 Stunden noch mehr gestärkt. (…)
(Pashmi Solanki)
 
 




 



 
North Goa
Nach dem Check-In in dem Riva Resort Hotel in Goa ging es erst einmal zum Frühstücksbuffet, bei dem es eine große Auswahl von indischem Essen und  europäischen Speisen gab. Da die meisten keine große Lust mehr auf indisches Essen hatten , machten wir uns an die Früchte, Pancakes, Cornflakes und verschiedensten Arten von Ei ran. Danach hieß es nur noch ab zum Strand. Wie erwartet, war es wunderschön. Wir alle konnten abschalten und die Wärme und das Wasser genießen. Der Strand war leer und es war leise im Gegensatz zu Mumbai oder Pune.
Am Abend machten wir uns dann alle frisch und wir gingen gemeinsam zum Strand, dort gab es ein Essen mit Meerblick . Der Abend war ein schöner Abschluss der aufregenden Reise und wir alle konnten noch mal gemeinsam auf die vorherigen Tage blicken und uns darüber austauschen
Unsere Vorfreude auf Goa hatte sich voll und ganz erfüllt und es war ein schöner Abschluss, den wir uns alle verdient hatten. Mit so einer lustigen und harmonischen Gruppe war die Reise ein reiner Erfolg. Am nächsten Tag haben wir dann noch die letzten Stunden in der Sonne genossen und nochmal ein bisschen Bräune getankt. Schließlich wollte niemand mehr nach Hause und wir alle fühlten uns ziemlich wohl und konnten nochmal so richtig entspannen.
Für mich war Goa der perfekte Abschluss dieser Reise wodurch wir auch nochmal eine schönere und saubere Seite von Indien gesehen haben mit weniger Armut und viel Tourismus. Trotzdem gibt es Indien bestimmt kaum Teile die nicht von Armut, Dreck und Überbevölkerung geprägt sind. Das merkte man auch auf der Fahrt durch Goa: überall leben Menschen auf der Straße und die Tiere ernähren sich von Abfällen in der Landschaft.
(Jule Lindfeld)



Wir als begleitende Lehrer, Frau Rautenbach, Frau Köster und Herr Lob, sind stolz auf euch Projektkursschüler: Ihr habt euch auf alles eingelassen, ward offen und nicht zimperlich. Durch euren guten Gruppenzusammenhalt herrschte die ganze Zeit während unserer Reise eine angenehme Atmosphäre und positive Stimmung. Danke dafür!