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Feierstunde im Nümbrechter Rathaus

Am Holocaust Gedenktag fand auf Einladung des Freundeskreises Mateh-Yehuda im Foyer des Nümbrechter Rathauses eine Feierstunde statt.

Der Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust am 27. Januar erinnert an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz durch Soldaten der Roten Armee im Jahr 1945. Er wird seit 1996 in Deutschland und seit 2005 international als Gedenktag begangen.
Nach der Begrüßung der rund 100 Gäste im Rathausfoyer durch Bürgermeister Hilko Redenius trugen die beiden Schülerinnen des Geschichtsleistungskurses unserer Schule, Luca Marie Steiniger und Franziska Theis, ihre persönlichen Schilderungen ihres Besuchs des Konzentrationslagers Auschwitz im Rahmen der Gedenkstättenfahrt 2018 vor.

Eindringlich erinnerten die beiden Abiturientinnen an die Nümbrechter Juden Meta Herz und Leo Baer und machten ihr Anliegen deutlich, wie wichtig es sei, sich zu erinnern, dass hinter den Millionen Opfern Millionen Einzelschicksale stecken.
Pfarrer Matthias Köhler von der evangelischen Kirchengemeinde Nümbrecht unterstrich in seiner Ansprache die Wichtigkeit einer fortwährenden Holocaust- Erinnerungskultur vor dem Hintergrund aussterbender Zeitzeugen und erinnerte daran, dass der heutige Antisemitismus viele Gesichter habe, gegen den es vorzugehen gelte.
Michael Grüder, Pastoralreferent der katholischen Kirche, trug mit Psalm 124 das Dankgebet eines Geretteten vor.
Marion Reinecke, Vorsitzende des Freundeskreises Nümbrecht-Mateh-Yehuda, erinnert daran, was es auch 2019  bedeutet,  Jude in Deutschland zu sein und beschreibt, mit welch immensen  Sicherheitsvorkehrungen in Köln  Synagogen, Kindergärten, Schulen und andere Einrichtungen der jüdischen Gemeinde ausgestattet sind.
Am Ende ihrer Ansprache bittet sie die Gäste sich „jeder Form von Fremdenhass und Antisemitismus“ entgegenzustellen.
Das Duo Shoshan (Gesang und Klavier mit Waltraud und Raimund Rennebaum)  verlieh mit traditionellen jüdischen Psalmgesängen der Feierstunde einen bereichernden musikalischen Rahmen.
 
(Text und Fotos: Anke Roter)